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Arme Kinder in der reichen Schweiz

Nov 20, 2020.

Der internationale Tag der Kinderrechte am 20. November erinnert daran, dass es noch viel zu tun gibt, damit die Rechte von Kindern überall verwirklicht werden. Ein besonderes Augenmerk gilt heute deshalb einem Thema, das in der Schweiz vermeintlich nicht existiert: der Kinderarmut.

Das Geld fehlt oft schon für kleine Dinge: für einen Ausflug ins Schwimmbad, neue Schuhe, ein ausgewogenes Essen. Von einer Mitgliedschaft im Sportverein, einem Smartphone oder Ferien ganz zu schweigen.

 

Für 144'000 Mädchen und Buben ist das hierzulande Realität. Sie wachsen in armutsbetroffenen Familien auf. Sie müssen auf vieles verzichten, das für andere selbstverständlich ist. Geld und Status spielen in unserer Gesellschaft eine wichtige Rolle. Kinder wollen dazu gehören, Teil der Gemeinschaft werden. Ist ihnen das verwehrt, laufen sie Gefahr, bereits in jungen Jahren zu Aussenseitern zu werden.

 

 

Ein bis zwei armutsbetroffene Kinder pro Schulklasse

Die neusten Zahlen sind ernüchternd. Jede achte Person in der Schweiz hatte gemäss dem Bundesamt für Statistik im Jahr 2018 Schwierigkeiten, finanziell über die Runden zu kommen. Von der Armut betroffen sind vor allem alleinerziehende Mütter oder Väter (19,3 Prozent), Menschen mit Migrationshintergrund (17,5 Prozent), Nichterwerbstätige (14,4 Prozent) oder Personen, die nach der obligatorischen Schulpflicht keine Ausbildung gemacht haben (12,1 Prozent). In diesen Familien wachsen 144'000 Kinder in Armut auf. 291'000 sind zusätzlich von Armut bedroht. Das heisst in jeder Schweizer Schulklasse sitzen ein bis zwei armutsbetroffene Kinder.

 

 

Armut wird vererbt

Wer in finanziell prekären Verhältnissen gross wird, hat es meist auch im späteren Leben schwer. Wenn Kinder nicht gefördert und unterstützt werden können, wirkt sich das häufig auch nachteilig aus. Der Ausschluss von sozio-kulturellen Aktivitäten, den armutsbetroffene Kinder meist schon früh erleben müssen, zieht sich wie ein roter Faden durch ihre Biografie. Einer der sichersten Wege, um der Armutsfalle zu entgehen, ist Bildung.

 

 

Frühe Förderung – der Schlüssel zu mehr Chancengleichheit

Der Grundstein für Bildungschancen wird bereits in den ersten Jahren gelegt. Deshalb ist die frühe Förderung entscheidend, um die Armutsspirale zu verhindern. Das weiss auch Heidi Simoni, Leiterin des Marie Meierhofer Institut MMI für das Kind: „Kinder brauchen Möglichkeiten zu Bewegung und Beobachtung, zur Nachahmung und zum Ausprobieren. Sie wollen erkunden und gestalten, Fragen stellen und Antworten suchen». Wachsen sie in armutsbetroffenen Familien auf, haben sie häufig weniger Möglichkeiten, diese Bedürfnisse auszuleben. Hier setzt das zum Institut dazugehörige Familienzentrum «MegaMarie» an. Es stellt Kleinkindern aus allen sozialen Schichten einen Spiel-, Werk- und Begegnungsraum zur Verfügung und unterstützt Eltern in erzieherischen Fragen.

 

 

Kinderarmut überwinden

Arme und armutsgefährdete Kinder gibt es in allen Regionen in der Schweiz. Sie leben mit und unter uns – auch wenn sie oft nicht sichtbar sind. Passende soziale Dienstleistungen wie das MMI, Bildungschancen und ein funktionierendes soziales Netz können die Betroffenen dabei unterstützen, der Not langfristig zu entkommen. Damit Armut in der Kindheit kein Lebensschicksal sein muss.

Mit der Stiftung «The Human Safety Net Switzerland» setzt sich Generali Schweiz für Projekte ein, die benachteiligten Familien und Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund zu Gute kommen. Ihnen wollen wir Chancen für ein sicheres und selbstbestimmtes Leben bieten. Das «Marie Meierhofer Institut für das Kind» als Kompetenzzentrum für frühe Kindheit ist Partner von «The Human Safety Net Switzerland».