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Internetbetrug mit Lockangeboten und Lügen

Zu grosses Vertrauen ins Internet und E-Mails kann schlimme Folgen haben. Jurist Andreas Cossalter von der Fortuna Rechtsschutz-Versicherungs-Gesellschaft erklärt, welche Gefahren durch Internetbetrug drohen und wie sich Käufer und Händler vor Betrugsversuchen schützen können.

Welche Formen des Internetbetrugs bzw. welche betrügerische Maschen kommen besonders häufig vor?

Andreas Cossalter: Die betrügerischen Machenschaften im Internet sind vielfältig. Das reicht vom Kreditkartenmissbrauch über das sogenannte Phishing, bei dem persönliche Informationen und Zugangsberechtigungen ausspioniert werden, bis hin zur Erpressung: Dabei legen Täter den Rechner mittels Schadsoftware lahm und wollen Geld dafür, dass sie ihn wieder entschlüsseln.

 

Im Internet wird viel verkauft und gekauft. Gibt es dabei oft Gaunereien?

Andreas Cossalter: Allerdings – und zwar seitens der Verkäufer und der Käufer. Es kommt zum Beispiel immer wieder vor, dass Kunden über Plattformen wie ricardo.ch oder tutti.ch Ware bestellen und bezahlen, die ihnen nie geliefert wird. Oder es werden Ferienhäuser online inseriert, die gar nicht existieren. Der Kunde leistet eine Anzahlung und das Geld ist weg.
Auch Kunden verhalten sich kriminell. Die häufigste Betrugsmasche im Online-Warengeschäft: Der Kunde bestellt, hat aber nicht vor, zu bezahlen. Oft kaufen Betrüger auch unter falschem Namen ein.

 

Wie können sich Händler vor Internetbetrug schützen?

Andreas Cossalter: Verkäufer sollten die Zahlung per Kreditkarte und PayPal anbieten. Beides ist ziemlich sicher. Vorsicht ist geboten, wenn der Kunde eine Lieferadresse in der Schweiz nennt, die IP-Adresse aber aus einem anderen Land stammt oder verschleiert bzw. gefälscht ist. Ausserdem sollte der Händler bei abweichenden Liefer- und Rechnungsanschriften misstrauisch sein sowie auch wenn der Wert des Warenkorbs aussergewöhnlich hoch ist. Ich kann Online-Shops nur empfehlen, sich von Dienstleistern eingehend beraten zu lassen, die auf Betrugsprävention spezialisiert sind.

 

Und wie schützen siche Kunden bzw. Käufer am besten?

Andreas Cossalter: Als Käufer sollte man nicht jedem Online-Shop vertrauen. Googeln Sie nach Erfahrungsberichten und schauen Sie, wo das Unternehmen seinen Sitz hat der Schweiz sind Firmen verpflichtet, ihre Anschrift inklusive Kanton auf der Homepage zu nennen. Wenn Sie bei schweizerischen Unternehmen kaufen, ist es einfacher, rechtliche Ansprüche durchzusetzen. Nicht vertrauenserweckend sind exotische Firmensitze. Werden Sie zudem stutzig, wenn sich grafische und sprachlichen Fehler auf der Website sowie allzu niedrigen Preise auf der Website häufen. Zudem sollten Sie in keinem Shop einkaufen, der nur Vorauszahlung anbietet.

 

In welchen weiteren Bereichen ist Online-Betrug verbreitet?

Andreas Cossalter: In Partnerbörsen kursieren erfundene Online-Identitäten und natürlich gibt es immer wieder falsche Lotto-Gewinn-Benachrichtigungen. Von dem vermeintlichen Gewinner verlangen die Betrüger erst einmal Geld, um angebliche Administrativkosten zu decken.

 

Opfer von Online-Gaunereien kann folglich jeder werden?

Andreas Cossalter: Ja, es gibt ebenso viele Angriffsziele wie Motive. Deshalb kann es die Grossbank ebenso treffen wie die Privatperson.

 

Was kann man als privater Online-Nutzer tun?

Andreas Cossalter: Durch Wachsamkeit und ein gewisses Misstrauen lassen sich schon viele schlechte Erfahrungen vermeiden. Prüfen Sie sorgfältig, wem Sie welche Informationen über sich anvertrauen und machen Sie sich bewusst, dass jede Information, die Sie weitergeben, missbraucht werden kann. Welche Auskünfte über sich würden Sie draussen an Ihre Wohnungstür hängen? Mehr als das, sollten Sie auch in der virtuellen Welt nicht preisgeben. Schützen Sie insbesondere Login-Codes für E-Mail und E-Banking, Kreditkarteninformationen und Web-Accounts.

 

Wie mache ich das am besten?

Andreas Gossalter: Im Idealfall verschlüsseln Sie die Daten auf Ihren mobilen Geräten und wählen für jeden Account ein eigenes starkes Passwort, welches Sie regelmässig erneuern. Ein sicheres Passwort ist mindestens acht Zeichen lang und besteht aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. Ich empfehle zudem eine Software, die alle Ihre Login-Codes verschlüsselt speichert und nur nach Eingabe eines Passwortes hoher Qualität zugänglich macht.

 

Halten Virenschutzprogramme, was sie versprechen?

Andreas Cossalter: Sie helfen und bieten Schutz vor Schadsoftware, die schon längere Zeit im Netz unterwegs ist. Einen hundertprozentigen Schutz bieten sie aber nicht, denn die Viren nehmen immer neue Formen an und aktuelle Angriffe lassen sich nur sehr schwer erkennen. Auch hier gilt: Wachsamkeit unterstützt die Arbeit des Virenscanners. Glauben Sie nicht alles, was Sie im Internet finden oder in E-Mails lesen. Zum Beispiel fordern seriöse Firmen niemals vertrauliche Informationen per E-Mail an! Seien Sie vorsichtig beim Öffnen von E-Mail-Anhängen, selbst wenn Ihnen der Absender auf den ersten Blick bekannt vorkommt, und lassen Sie keine automatischen Ausführungen von Makros in Word, Excel und Access zu. Surfen Sie wenn möglich nur auf vertrauenswürdigen Seiten. Am besten, man hat einen Computer nur fürs Surfen – das ist dann nicht der Gleiche, den man fürs Büro oder für seine Bankgeschäfte nutzt.

 

Die IT-Sicherungstechnik bleibt hinter den Betrügern also immer einen Schritt zurück?

Andreas Cossalter: So ist es leider und so wird es in der nächsten Zeit wohl auch bleiben. Jedes System ist irgendwie hackbar, und sobald eine Betrugspraktik entlarvt wird, gibt es schon wieder einen neuen Trick. Man geht davon aus, dass sich die digitale Welt exponentiell entwickeln wird. Was uns unmittelbar bevorsteht, ist beispielsweise das sogenannte «Internet der Dinge». Dabei geht es darum, dass nicht mehr nur Menschen das Internet nutzen, sondern auch Geräte aus dem Haushalt, Schalter und Sensoren mit dem Web verbunden sind. Dies eröffnet Betrügern ein weiteres Betätigungsfeld.

 

Wie schützen Generali und Fortuna Rechtsschutz vor Schäden durch Online-Betrug?

Andreas Cossalter: Generali bietet einige Produkte mit Cyber-Deckungen an, die vom Ausgleich des Vermögensschadens bis zu IT-Assistance-Leistungen reichen. Auch Mobbing im Internet, Kreditkartenmissbrauch und Betrug beim Online-Shopping sind versichert. Hier besteht der Schutz unter anderem in Rechtsdienstleistungen, welche die Fortuna erbringt. Die Fortuna selbst bietet auch eigenständige Versicherungslösungen für Privatpersonen und Unternehmen an, welche Cyber-Bausteine enthalten.

Cyber-Versicherungsprodukte sind sehr gefragt, vor allem bei Unternehmen, jungen Erwachsenen und Eltern von Kindern und Jugendlichen, die sich oft im Internet und in der Social-Media-Welt aufhalten.

 

 

Zur Person:

Andreas Cossalter studierte an der Universität Zürich Rechtswissenschaften. 2008 trat er in die Fortuna Rechtsschutz-Versicherung ein und leitet seit 2015 ein Team von Juristen und Anwälten, das im Bereich Cyber-Kriminalität tätig ist.

 

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