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Diese Technologien verändern die Versicherungswelt

AI, Big Data, Blockchain und digitales Monitoring machen auch vor der Versicherungsbranche nicht Halt. HSG-Professor Hato Schmeiser erklärt, was diese Entwicklungen für die Zukunft bedeuten.

Künstliche Intelligenz (KI) / Artificial Intelligence (AI)

… ist die Fähigkeit einer Maschine, selbstständig zu lernen und kognitive Funktionen auszuführen. Diese Maschine kann Daten analysieren, interpretieren und basierend darauf Probleme lösen. 

 

Die Einschätzung von Hato Schmeiser:

«Beim Einsatz von künstlicher Intelligenz sehe ich besonders viel Potenzial. Versicherer verarbeiten Unmengen von Daten und die Prozesse sind stark von Wiederholungen geprägt. Mithilfe von AI werden die Zugänge für den Kunden vereinfacht, denn durch den zunehmenden Einsatz intelligenter Computer werden bei der Beratung Prozesse effizienter – sei es beim Abschluss von Policen oder bei der Abwicklung von Schadenfällen. Zudem können Versicherer zukünftig viel besser beurteilen, welche Versicherungsprodukte für einen Kunden typischerweise interessant sind und ob er einen objektiven Bedarf hat. So können individualisierte Versicherungsprodukte entstehen».

 


Big Data

… sind, wie der Begriff schon sagt, grosse Datenmengen. Diese Daten müssen Teil einer grösseren Analysestrategie sein, die zu Prozessautomatisierung, einer verbesserten Entscheidungsfindung oder anderen spezifischen Ergebnissen führen.

 

Die Einschätzung von Hato Schmeiser:

«Beim Thema Big Data steht natürlich die Datenmenge im Vordergrund. Durch das richtige Sammeln, Zusammenführen und Verarbeiten von Daten können ganz neue Einblicke in das Kundenverhalten gewonnen werden. Dies wird sich in der Praxis in einer präziseren Prämienberechnung oder genaueren Risikobewertungen zeigen».

 


Blockchain

… bezieht sich auf eine dezentralisierte Datenbank. Verwaltet werden beispielsweise Geldeinheiten, Wertpapiere, Besitz- oder Grundrechte. Der grundlegende Unterschied zum gegenwärtigen System ist, dass auf eine zentrale Datenbank verzichtet wird und die Daten auf Servern dezentral verteilt sind.

 

Die Einschätzung von Hato Schmeiser:

«Im Gegensatz zu Big Data und AI stellt die Blockchain eher eine handwerkliche Technologie dar. Blockchain soll interne Unternehmensprozesse vereinfachen. Die Technologie wird jedoch kaum direkt in den Schnittstellen zum Kunden spürbar sein».

 

 

Digitales Monitoring

… ist stark mit dem Trend der Individualisierung verknüpft. Das Prinzip ist einfach: Der Kunde erfasst zum Beispiel seine Fitnessdaten indem er seine Schritte zählt und erhält im Gegenzug dazu flexible, datengetriebene Prämientarife von seinem Versicherer. 

 

Die Einschätzung von Hato Schmeiser:

«In der öffentlichen Diskussion wird diese Art des digitalen Trackings oftmals negativ bewertet. Aber meines Erachtens entsteht dieser negative Bezug grundsätzlich zu unrecht. Selbstverständlich müssen Datenschutzgesetze eingehalten werden. Doch nehmen wir beispielsweise an, der Kunde hat einen Schaden mit einem Fahrzeug, das ein Tracking System integriert hat. Durch die Eigendiagnose des Fahrzeugs kann der Unfallhergang viel objektiver beurteilt werden. Diese Art der Transparenz ist für Kunde und Versicherer ein Vorteil und kann das gegenseitige Vertrauen fördern».

 


Zur Person: 

Prof. Dr. Hato Schmeiser ist Lehrstuhlinhaber und Geschäftsführender Direktor des Instituts für Versicherungswirtschaft IVW der Universität St. Gallen.

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