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Tadesse Abraham erzählt vom «The Human Safety Net Refugee Team»

Tadesse Abraham ist der schnellste Marathonläufer der Schweiz. Er erzählt uns seine Geschichte und von seiner Integration als Flüchtling. Und er spricht über die neue Initiative «The Human Safety Net Refugee Team» (THSN Refugee Team). Diese soll im Herbst 2020 lanciert werden.  

Tadesse, wann hast du gewusst, dass du Profimarathonläufer werden willst?

Ein Freund von mir nahm an den Europameisterschaften teil. Als ich ihn am Fernsehen sah, da habe ich mich gefragt: Warum nicht ich? Warum soll nicht auch ich versuchen, mich zu qualifizieren? Da habe ich diese Motivation das erste Mal gespürt. Ich habe mir gesagt: Es ist möglich. Alles ist möglich, wenn ich hart arbeite.

 

 

Erzähl uns von dir und deiner Ankunft in der Schweiz.

Ich kam im Jahr 2004 als Flüchtling in die Schweiz, nach Uster. Ich war 22 Jahre alt. Alles war so anders hier. Ich konnte kein Wort Deutsch, und ich kannte die Kultur nicht. Es war sehr schwierig, mich vorzustellen, auf die Menschen zuzugehen und Bekanntschaft zu schliessen. Da habe ich mir gesagt: Ich muss mich unbedingt so rasch wie möglich integrieren, die Sprache lernen und mich an diese neue Kultur anpassen. Die Integration ist zentral.

 

 

Wie bist du vorgegangen?

Das Laufen hat mir ermöglicht, mit Schweizern Kontakt zu schliessen, ihre Kultur und ihre Gewohnheiten zu verstehen. Das hat mir sehr geholfen. Wenn man als Flüchtling in ein neues Land kommt, kennt man niemanden. Man weiss nicht, wie das System funktioniert ... Am Anfang wusste ich nicht, wohin oder zu wem ich gehen sollte.

 

Oft ging ich allein oder mit einem Freund im Stadion von Uster trainieren. Ich hatte grosses Glück, denn so konnte ich Mitglieder des LC Uster kennenlernen. Für mich war es sehr wichtig, jemanden an meiner Seite zu haben. Jemanden, der mir half, mich motivierte und mir zeigte, was ich tun kann und muss. Und vor allem jemanden, der mich unterstützte. Genau das hat der Club für mich getan. Ich werde ihm nie genug danken können – der LC Uster bleibt mein Herzensclub. Ohne den Sport hätte ich nicht so rasch und so einfach heimisch werden können. Er hat bei meiner Integration eine essenzielle Rolle gespielt.

«Ein Freund von mir nahm an den Europameisterschaften teil. Als ich ihn am Fernsehen sah, da habe ich mich gefragt: Warum nicht ich?»

Warum engagierst du dich für «The Human Safety Net»?

Als ich erfahren habe, dass Generali Schweiz über «The Human Safety Net Foundation» gezielt Menschen mit Flüchtlings- oder Migrationshintergrund unterstützt, fühlte ich mich sofort angesprochen. Der Gedanke, dass diese Menschen der schweizerischen Gesellschaft viel geben können, entspricht auch meiner Überzeugung. Das Wichtigste ist, die Chance zu haben, sein ganzes Potenzial zu entfalten – unabhängig vom Umfeld, in dem man aufgewachsen ist. Chancen haben, das ist die Idee hinter «The Human Safety Net». Und hinter diesen Werten stehe ich voll und ganz.

 

 

Was möchtest du mit dem THSN Refugee Team erreichen?

Ich möchte den Menschen, die mitmachen werden, dabei helfen, ihren Weg zu gehen. Ich möchte ihnen ein grosser Bruder sein, ihnen zur Seite stehen, sie unterstützen, sie ermutigen. Ich werde immer für sie da sein.

 

 

Welche Botschaft möchtest du den jungen Flüchtlingen und Migranten mitgeben?

Mein Credo: «Nichts ist unmöglich, wenn man sich zu 100% einsetzt. Man muss daran glauben und alles dafür geben.»

 

Mehr Informationen zum THSN Refugee Team

The Human Safety Net

 

«The Human Safety Net» ist eine von der Generali Gruppe lancierte, weltweite Initiative. Sie wird heute in 21 Ländern rund um den Globus in Zusammenarbeit mit zahlreichen Organisationen umgesetzt. Neben Generali umfasst das Netzwerk NGOs sowie soziale und akademische Einrichtungen. Im Zentrum der Initiative stehen die gegenseitige Unterstützung und die Solidarität. Ziel ist, sozial benachteiligten Menschen die Chance zu geben, ihr ganzes Potenzial zu entfalten. Dies soll ihnen ermöglichen, ein sicheres und selbstbestimmtes Leben führen zu können. Über die «The Human Safety Net Switzerland Foundation» ist Generali Schweiz seit 2018 Teil dieser Bewegung. Zusammen mit zwei Partnerorganisationen setzen wir uns in der Schweiz für benachteiligte Familien ein. Und wir ermutigen Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund, ihre unternehmerischen Fähigkeiten weiterzuentwickeln.