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Wenn aus der Arbeit ein Hobby wird

Sirik Loosman über die Entwicklung seiner App «Habitpot»
Jan 12, 2021.

Sirik Loosman ist 28 Jahre alt. Nach seiner Lehre zum Applikationsentwickler bei Generali konnte er in die Entwicklungsabteilung einsteigen. Seit rund fünf Jahren ist er nun im Bereich Enterprise-Architektur tätig. Mit IT befasst er sich nicht nur beruflich, sondern auch in seiner Freizeit. Mit dem bei Generali erlangten Wissen und seiner Leidenschaft für IT hat er die App «Habitpot» entwickelt. Wir haben ihn gefragt, wie es dazu kam und was die App alles kann.

Sirik, du hast die App Habitpot in deiner Freizeit entwickelt. Was ist Habitpot?

Im weitesten Sinne geht es bei dieser App darum, ein stärkeres Bewusstsein über den eigenen Konsum zu entwickeln und gleichzeitig etwas Gutes zu tun. Ob an Silvester, auf die nahende Badesaison hin oder aufgrund eines moralischen Impulses: Wir setzen uns oft Ziele. Doch diese einzuhalten, ist nicht immer einfach. Weniger Fleisch oder Süsses essen. Mit dem Rauchen aufhören. Weniger fliegen. Die Liste ist beinahe endlos und sehr individuell. Oftmals haben wir das Gefühl, unser Ziel einzig durch 100% Willenskraft erreichen zu können. Nach einigen Wochen schleichen sich aber die ersten Ausnahmen ein – das persönliche Ziel beginnt sich zu verwässern.

 

Mit Habitpot kannst du ganz einfach verfolgen, ob du mit deinem Ziel in der gewünschten Spur bist. Den entsprechenden «Überkonsum» kannst du zum Beispiel in Form eines kleinen Geldbetrages in einen sogenannten «Pot» legen. Mit der Zeit zeichnet sich in deinem Pot ein Bild darüber ab, wie konsequent du deine Ziele verfolgst. Ausserdem zeigt dir die Habitpot-App auserlesene Spendenorganisationen an, an die du im Handumdrehen einen beliebigen Betrag spenden kannst. Selbstverständlich nur, wenn du das willst. Du siehst: Ausnahmen zu machen, ist nicht schlimm. Hauptsache ist, dass sie dir bewusst sind.

 

Wie bist du auf die Idee gekommen, diese App zu entwickeln?

Die Idee entstand letzten Sommer während eines Einkaufs mit meiner Frau: Wir kochen zu Hause fast ausschliesslich vegan. Das hat nicht nur mit Überzeugung zu tun, sondern auch mit ein paar Unverträglichkeiten. Auf der Einkaufsliste standen Zutaten für eine hausgemachte Pizza. Nach kurzem Hin und Her entschieden wir uns, auch Mozzarella zu kaufen. Sozusagen als kleine Ausnahme. Auf dem Weg nach Hause hatten wir dann eine Idee. Wir fanden den Gedanken toll, für solche «Momente der kleinen Schwäche» jeweils einen kleinen Geldbetrag zur Seite zu legen, um ihn später für etwas Gutes einzusetzen. Und schon war das Fundament von Habitpot geschaffen.

 

Was ist dein langfristiges Ziel mit dieser App?

In einer Welt, die sich konstant im Wandel befindet, ist es nicht einfach, langfristig zu denken. Das übergeordnete Ziel hinter Habitpot ist, einen Beitrag hin zu einer bewussteren Konsumgesellschaft zu leisten. Was das am Ende für die App konkret bedeutet, kann ich heute noch nicht sagen.

 

Warum sollte man deine App herunterladen? Bitte nenn uns ein paar Gründe.

Wenn du motiviert bist, etwas an deinem Verhalten zu verändern. Oder wenn du achtsam gegenüber deinem Konsum und gegenüber den Auswirkungen auf die Umwelt sein willst. Und nicht zu vergessen: Verhaltensweisen zu ändern, ist in den wenigsten Fällen einfach. Habitpot begleitet dich auf deinem Weg zu einem bewussteren Leben.

 

Wie viele Geld und Zeit hast du in deine App investiert?

Die App ist bewusst kostenlos und enthält keine Werbung. Und es gibt auch keine Premium-Funktionen. Das wollte ich so. Die App bringt mir also kein Geld ein. Es begeistert mich einfach, neuen Lösungen Leben einzuhauchen. Dieser Leidenschaft wollte ich mit der App nachgehen. Das war für mich das Allerwichtigste.

 

Mein zeitlicher Aufwand belief sich auf etwa sechs Monate, die ich – neben meiner Arbeit bei Generali – in den Aufbau investierte. 2019 brauchte ich drei Monate, um mir das Konzept zurechtzulegen und mit möglichst vielen Menschen darüber zu sprechen. Von Januar bis April 2020 habe ich dann die erste Version der App entwickelt und mit einer Alpha- und Beta-Testgruppe bis zur finalen App ausgebaut. Es dauerte alles etwas länger, als ich gedacht hatte. Auch weil ich mir gleichzeitig noch eine neue Programmiersprache angeeignet habe.

 

Stell dir vor, du bist mit deiner App in der Sendung «Die Höhle der Löwen». Wie würde dein Pitch aussehen?

Ich wäre tierisch aufgeregt. Mit einigen interessanten Fakten zu unserem Konsum würde ich bei den Löwen ein Bewusstsein für das Problem aufbauen. So setzt beispielsweise die Herstellung von einem einzigen Kilogramm Rindfleisch etwa 13.3 Kilogramm CO2 frei und verschlingt über 15’000 Liter Wasser. Das ist etwa so viel CO2, wie durch eine Autofahrt von 42 Kilometern ausgestossen wird.

 

Danach würde ich auf humorvolle und charismatische Art und Weise darstellen, wie wichtig es ist, sich seinem Konsum bewusst(er) zu werden. Schliesslich folgt als ideale Lösung «Habitpot» – der kleine Helfer an deiner Seite. Hört sich doch ganz gut an?

 

Am Ende müsste ich mich aber wohl mit dem Resultat abfinden, dass das Geschäftsmodell keine interessante Investition für die Löwen darstellt. Da ich nahezu alle Folgen der Sendung gesehen habe, kann ich das mit Bestimmtheit sagen. Die Erfahrung wäre trotzdem spannend.

 

Wie geht es mit Habitpot weiter?

Das wird die Zukunft zeigen. Selbstverständlich habe ich noch ein paar interessante Asse im Ärmel, was die App betrifft. Zum Beispiel die Möglichkeit, damit andere Themen zu erfassen wie TV- und Netflix-Zeit oder Flugstunden. Aber da verrate ich jetzt noch nicht zu viel. Wenn ich nur eine Handvoll Menschen dafür begeistern kann, ihren Konsum bewusster zu leben und damit etwas Gutes zu tun, dann hat sich meine Reise mit Habitpot bereits gelohnt.

 

Hast du noch weitere Projekte oder reicht dir dieses vorerst?

Keineswegs. Ich glaube sogar, dass ich erst ganz am Anfang stehe. Seit drei Jahren bin ich begeisterter Tesla-Fahrer und liebe es, mich mit anderen Menschen darüber zu unterhalten. Das Spektrum meiner Interessen ist breit und schliesst auch die Elektromobilität, nachhaltige Energien und andere spannende Entwicklungen der Zukunft mit ein. Auch fasziniert mich das Mindset von Elon Musk. Seit etwas mehr als zwei Jahren baue ich auf Twitter die interaktive «Tesla Community Schweiz» auf und bin gerade mit der frühen Planung eines grossen Events im nächsten Jahr beschäftigt. Der Wille ist da. Mal sehen, was die Zeit bringt.

 

Wie kannst du die Erfahrungen der App in deine Arbeit bei Generali einbauen?

«Im Leben gibt es keine Fehler, nur Erfahrungen.» Dieses Zitat begleitet und inspiriert mich schon lange. Um einer Idee zu folgen und ihr Platz im Leben einzuräumen, braucht es aber meist etwas Mut. Ich danke Mike Fuhrmann, unserem Chief Marketing & Communications Officer bei Generali, der mich als Mentor begleitete. Eine App wie Habitpot aufzubauen, war ein tolles Erlebnis. Natürlich sind solche Wege auch mit negativen Erfahrungen gepflastert. Aber jede davon machte das Ergebnis aus meiner Sicht ein Stück besser. Diese Bereicherung macht mich als Mensch vielseitiger, kreativer und flexibler – davon profitiert Generali jeden Tag.