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Welche Anlageinstrumente gibt es?

Dez 15, 2020.

Eine Grundregel der erfolgreichen Anlage: Investieren Sie nur in Finanzprodukte, die Sie verstehen. Und klären Sie mögliche Risiken sorgfältig ab. Die folgenden Punkte geben Ihnen einen Überblick.

 

Und eine weitere Grundregel: Je einfacher und sicherer ein Finanzprodukt ist, desto weniger Rendite wirft es ab. Je mehr Rendite eine Anlage verspricht, desto mehr Wissen und Risikobereitschaft erfordert sie. Worauf müssen Sie also achten? Wir haben die wichtigsten Anlageinstrumente für Sie zusammengestellt:

 

 

Sparkonto: die liquide Reserve

Dass Sparkonten derzeit kaum Zinsen abwerfen, ist bekannt. Und wenn man die Gebühren einrechnet, verliert das Vermögen sogar an Wert. Der grosse Vorteil des Sparkontos ist die Einlagensicherung. Sollte es zu einem Bankenkonkurs kommen, sind Sparguthaben bis zu CHF 100’000 geschützt.

 

Generali Tipp

Der Einlegerschutz von CHF 100’000 Franken gilt nicht etwa pro Konto, sondern pro Kunde. Deshalb empfehlen wir Ihnen, Sparguthaben über diesem Betrag auf mehrere Institute zu verteilen.

 

Das Sparkonto ist der Ort für Ihre eiserne Reserve. Für Beträge, die Sie in den nächsten zwei, drei Jahren benötigen. Und für die Ersparnisse, die Sie fortlaufend bilden.

 

Fremdwährungskonten

Wenn Sie Immobilien im Ausland besitzen oder dort geschäftlich tätig sind, kann es sinnvoll sein, ein Fremdwährungskonto zu führen. Damit lassen sich allenfalls Wechselgebühren sparen. Allerdings gehen Sie ein Währungsrisiko ein: So mögen auf ausländischen Konten zwar Zinsen bis 5 Prozent oder mehr locken. Wenn die Währung jedoch gegenüber dem Schweizer Franken 20 Prozent verliert, resultiert ein Verlust.

 

 

Obligationen: für mittelfristige Anlagen

Obligationen – auch Anleihen, Rentenpapiere, festverzinsliche Wertschriften oder Bonds genannt – sind Schuldpapiere von Unternehmen oder öffentlichen Haushalten wie Bund, Kantonen und Gemeinden. Wenn Sie eine Obligation erwerben, haben Sie gegenüber dem Schuldner ein Recht auf einen Zins (Coupon) und auf die Rückzahlung Ihrer Einlage nach einer bestimmten Laufzeit.

 

Die Zeit, bis Ihnen Ihr Geld wieder zur Verfügung steht, ist meist fix und deutlich länger als bei einem Sparkonto, bei dem Sie zumindest über einen Teil des Geldes jederzeit verfügen können. Das ist ein Grund, warum Obligationen in der Regel mehr Zinsen bringen als ein Sparkonto. Je länger die Laufzeit einer Obligation, desto höher ist im Durchschnitt auch die Verzinsung.

 

Wie sicher ist die Obligation?

Eine Garantie, dass Sie Ihr Geld am Ende der Laufzeit wieder zurückerhalten, gibt es nicht. Der Schuldner könnte auch zahlungsunfähig werden. Umso wichtiger ist seine Bonität oder anders gesagt: seine zukünftige Zahlungsfähigkeit. Die Bonität der Obligationenschuldner wird von Ratingagenturen gemessen. Die zwei bekanntesten heissen Standard & Poor’s und Moody’s. Aus den Bonitätsnoten dieser beiden Agenturen können Sie die Risiken einer Obligation ableiten.

Bonitätsnoten und mögliche Zahlungsunfähigkeit

Ratingnote Standard & Poor’s / Moody’sAAA/Aaa  SchuldnerqualitätAusgezeichnet Ausfallwahrscheinlichkeit in Prozent*0.521
Ratingnote Standard & Poor’s / Moody’sAA/Aa  SchuldnerqualitätSehr gut Ausfallwahrscheinlichkeit in Prozent*0.522 
Ratingnote Standard & Poor’s / Moody’sA/A SchuldnerqualitätGut Ausfallwahrscheinlichkeit in Prozent*1.287 
Ratingnote Standard & Poor’s / Moody’sBBB/Bbb SchuldnerqualitätGenügend Ausfallwahrscheinlichkeit in Prozent*4.637 
Ratingnote Standard & Poor’s / Moody’sBB/Bb SchuldnerqualitätKnapp ungenügend Ausfallwahrscheinlichkeit in Prozent*19.118 
Ratingnote Standard & Poor’s / Moody’sB/B SchuldnerqualitätErhebliches Risiko Ausfallwahrscheinlichkeit in Prozent*43.343
Ratingnote Standard & Poor’s / Moody’sC SchuldnerqualitätSehr hohes Risiko Ausfallwahrscheinlichkeit in Prozent*69.178 
Ratingnote Standard & Poor’s / Moody’sD SchuldnerqualitätBereits zahlungsunfähig Ausfallwahrscheinlichkeit in Prozent*100 

* Prozentzahl der Obligationen, die über einen Zeitraum von 10 Jahren nicht zurückgezahlt wurden (berechnet durch Moody’s).

Je sicherer, desto weniger Zins

Je höher die Bonität eines Schuldners, desto geringer also das Risiko für die Investoren – desto tiefer aber auch der Zins, den der Schuldner seinen Gläubigern, also Ihnen, bezahlen muss. Und umgekehrt: Je tiefer die Bonität eines Schuldners, desto höher müssen die Zinssätze sein, um Anleger zu locken.

 

Gut zu wissen

Auch bei Obligationen sollten Sie diversifizieren, indem Sie in mehrere Schuldner investieren und unterschiedliche Laufzeiten wählen. Für Obligationenanlagen eignen sich Gelder, die mittel- bis langfristig investiert werden sollen: ab rund fünf Jahren.

 

Kursschwankungen während der Laufzeit

Wenn Sie Ihre Obligation bis zum Schluss der Laufzeit behalten, erhalten Sie 100 Prozent zurück. Während der Laufzeit jedoch kann der Kurs erheblich schwanken und auch deutlich unter 100 Prozent fallen. Drei Faktoren beeinflussen den Kurs einer Obligation:

  • Allgemeines Zinsniveau: Je tiefer das Zinsumfeld, in dem eine Obligation neu aufgelegt wird, desto tiefer auch ihr Coupon. Deshalb sind Obligationen, die vor einigen Jahren bei einem höheren Zinsniveau herausgegeben wurden, an der Börse deutlich mehr wert.
  • Bonität des Schuldners: Wenn die Bonität eines Schuldners sinkt, sinken auch die Kurse seiner Obligationen, denn das Konkursrisiko ist grösser geworden. Eine steigende Bonität hat den umgekehrten Effekt.
  • Sicherheitsbedürfnis der Anleger: Wenn die Anleger mit Aktien gerade Verluste eingefahren haben, flüchten sie sich gerne in die sicheren Obligationen. Entsprechend steigen die Kurse. Fokussieren Anleger wieder vermehrt auf Aktien, geben die Obligationenkurse nach.

 

Diese Kursveränderungen von Obligationen sind nur relevant, wenn Sie einen Titel vor Verfall, also vor Ende der Laufzeit, verkaufen wollen.

 

Kassenobligationen

Kassenobligationen werden von Banken ausgegeben. Sie werden nicht an einer Börse gehandelt und meist bis zum Ende der Laufzeit gehalten. Die Laufzeit beträgt zwischen zwei und acht Jahren. Die Verzinsung ist höher als bei einem Sparkonto, liegt aber aktuell auch nicht viel über null Prozent. Die Zinsunterschiede bei den verschiedenen Banken sind allerdings beträchtlich.

 

Ein Vorteil von Kassenobligationen ist, dass sie grundsätzlich wie das Geld auf dem Lohn- oder Sparkonto bis zum Betrag von CHF 100’000 durch die Einlagensicherung garantiert sind. Aber Achtung: Die CHF 100’000 gelten pro Kunde. Kassenobligationen und Kontoguthaben werden zusammengezählt.

Aktien: die Renditeträger

Mit dem Kauf einer Aktie werden Sie zum Miteigentümer eines Unternehmens. Sie können an der Generalversammlung mitbestimmen und sind am Unternehmenserfolg beteiligt – einerseits über die Dividende, vor allem aber über den Kursgewinn.

 

Wenn Sie langfristig investieren und eine relativ hohe Rendite erzielen wollen, kommen Sie an Aktien kaum vorbei. Allerdings geht die langfristig hohe Rendite auf Kosten der Nerven, die bei zwischenzeitlichen Kurseinbrüchen arg strapaziert werden können. Schweizer Aktien haben beispielsweise in der Finanzkrise von 2008 rund einen Drittel an Wert verloren (siehe Kasten).

 

Doch trotz solch einschneidender Kurseinbrüche standen die Schweizer Aktienkurse Ende 2017 so hoch wie nie zuvor (siehe Grafik). Der Wert von Aktien – und in bescheidenerem Mass auch von Obligationen – ist deutlich schneller gestiegen als die Inflation (in der Grafik als Konsumentenpreisindex dargestellt).

 

Extreme Aktienjahre

  Jahresrendite   Jahresrendite
Negativjahre2008 Negativjahre–34,05% Positivjahre1985 Positivjahre61.36%
Negativjahre1974 Negativjahre–33,14% Positivjahre1997 Positivjahre55.19%
Negativjahre1931 Negativjahre–30,09% Positivjahre1936 Positivjahre52.52%
Negativjahre1987 Negativjahre–27,48% Positivjahre1993 Positivjahre50.81%
Negativjahre2002 Negativjahre–25,95% Positivjahre1961 Positivjahre49.39%

Wertentwicklung von Aktien und Obligationen

 

Was heisst das für die Zukunft?

In der Vergangenheitsperspektive gehen Aktien im Vergleich mit Obligationen deutlich als Sieger hervor. Doch vergangene Renditen sind keine guten Indikatoren für zukünftige. Dennoch gehen die Fachleute davon aus, dass Aktien auch in Zukunft höher rentieren werden als Obligationen.

 

Sichere Prognosen über die künftige Kursentwicklung einer einzelnen Aktie allerdings lassen sich kaum stellen. Deshalb raten Vermögensberater dazu, einen ganzen Korb von Aktien zu kaufen. Das senkt zwar die mögliche Rendite bei einem Glückstreffer, aber es reduziert die Gefahr von Verlusten überproportional – wegen des Diversifikationseffekts.

 

Gut zu wissen 

In Einzelaktien zu investieren, lohnt sich erst mit grösseren Vermögen. Der Aktienanteil in Ihrem Portfolio muss dafür rund CHF 200’000 betragen. In Aktien investieren sollten Sie wegen der hohen Kursschwankungen (Volatilität) zudem nur Geld, das Sie langfristig angelegt lassen können: mindestens zehn Jahre, besser länger.

«Wenn Sie regelmässig jeden Monat den gleichen Betrag investieren, halten Sie das mit der Volatilität verbundene Risiko in Grenzen. So erhöhen Sie die Chancen auf eine Rendite.» 

Raphaël Savary, Verkaufsleiter

Über den Autor

Raphaël Savary übt seinen Beruf seit 12 Jahren mit viel Leidenschaft aus. Er besitzt ein eidgenössisches Diplom als Finanzberater und ist bei Generali als Verkaufsleiter der Region Lausanne-Riviera tätig. Dank eines globalen Analyseansatzes berät er seine Kunden erfolgreich bei der Optimierung ihrer Versicherungs- und Vorsorgeplanung.

Anlagefonds: Diversifikation inbegriffen

Mit einem Fonds kaufen Sie einen ganzen Korb von Aktien, Obligationen oder anderen Wertpapieren. Weltweit gibt es rund 100’000 Fondsmanager, die um die Gunst der Anlegerinnen und Anleger buhlen. Sie bieten nicht nur Aktien-, Obligationen-, Immobilien- und Geldmarktfonds, sondern auch Strategiefonds, Exchange Traded Funds (ETFs), Hedge Funds und Dachfonds. Jede Kategorie hat wiederum Unterkategorien.

 

Die Aufteilung des Fondsvermögens auf viele verschiedene Positionen ermöglicht Ihnen als Anleger oder Investor auch mit kleineren Beträgen eine gute Diversifikation. Auch sind die Anlagefonds in der Regel gut dokumentiert. Auf den Internetplattformen der Anbieter finden Sie detaillierte Unterlagen, insbesondere das Factsheet mit den wichtigsten Kennzahlen, der Entwicklung in der Vergangenheit, der Anlagestruktur und den Kosten.

 

Gemessen werden Fonds an einem sogenannten Benchmark. Das ist häufig ein Index, zum Beispiel der SMI (Swiss Market Index – siehe auch das Infoblatt «Die wichtigsten Indizes»). Je besser sich ein Fonds im Vergleich zum dazugehörenden Index entwickelt hat, desto höher sein Rating.

 

Passiv schlägt Aktiv

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Fondsmanagern: Die einen versuchen, einen Vergleichsindex zu schlagen, die anderen investieren einfach genau in die Wertpapiere im Vergleichsindex und kopieren diesen. Während erstere aktiv nach Wertpapieren suchen, die sich besser als der Vergleichsindex entwickeln, sparen sich die anderen die Mühe und investieren passiv. Weil dies weniger Aufwand verursacht, kosten passiv verwaltete Fonds deutlich weniger als die aktiv gemanagten.

 

Meist lohnt sich die aufwendige Suche nach den besten Titeln sowieso nicht, denn die Kosten sind häufig höher als die dadurch erzielten Zusatzgewinne. Zudem verursachen aktive Fonds auch deshalb höhere Kosten, weil die Manager häufiger Handelstransaktionen vornehmen. Denn jede Transaktion kostet. Diese höheren Kosten führen dazu, dass aktive Fonds kaum je erfolgreich sind. Der grösste Teil schneidet schlechter ab als der entsprechende Vergleichsindex.

 

Generali Tipp

Versuchen Sie nicht, die besten aktiven Fonds zu finden, sondern investieren Sie in günstigere passive Fonds, in Indexfonds oder ETFs (Exchange Traded Funds).

 

Erfolgreiche ETFs

Ein Exchange Traded Fund, kurz ETF, ist ein äusserst spesengünstiges Anlageinstrument, das – im Gegensatz zu herkömmlichen Fonds – wie Aktien fortlaufend an der Börse gehandelt werden kann. Auch fällt, anders als bei anderen Anlagefonds, beim Kauf keine Ausgabekommission an, sondern lediglich die Courtage wie bei jedem Direkterwerb von Wertschriften. Als Sondervermögen stehen ETFs unter öffentlicher Aufsicht und beinhalten kein Emittentenrisiko. Das Angebot wird laufend erweitert. Es gibt ETFs auf Branchen (wie Energie, Technologie), Regionen (Schwellenländer) und Rohwaren (zum Beispiel Gold) und solche, die sich an den verschiedenen Anlagestrategien orientieren (reine Obligationen-ETFs, reine Aktien-ETFs).

 

ETFs sind oft sehr günstig – durchschnittlich um mehr als ein Prozent günstiger als aktiv gemanagte Fonds, und dies pro Jahr. Über die Jahre sparen Sie damit zigtausend Franken.

 

Wie andere Fonds unterstehen auch ETFs der Aufsicht durch die Schweizer Finanzmarktbehörde (Finma). Die Schweizer Börse muss zudem darüber wachen, dass für jeden ETF jederzeit faire Kauf- und Verkaufskurse angeboten werden. Mindestens eine Bank muss stets dafür sorgen, dass ein marktgerechtes Kaufs- und Verkaufsangebot vorhanden ist.

 

Achtung: Es gibt auch teure ETFs. Sie sollten auf jeden Fall auf die Kosten achten und verschiedene Produkte vergleichen.

 

TER und mehr – die Kosten von Fonds

Die Kosten eines Fonds werden vom Anbieter meist in Form einer Kennzahl, der Total Expense Ratio (TER), ausgewiesen, und zwar als Prozentsatz vom investierten Vermögen.

 

In der TER sind – obwohl dies der Name vermuten liesse – nicht alle Kosten enthalten. Was dazugehört und was sonst noch anfällt, sehen Sie im folgenden Kasten.

 

TER und weitere Kosten

In der TER enthalten sind folgende Positionen:

  • Managementgebühr: Für einen Aktienfonds kann diese auch mal über 2 Prozent liegen, bei einem günstigen ETF liegt sie im Promillebereich.
  • Depotbankgebühr: Diese Gebühr erhebt die Fondsbank. In der Regel beträgt sie weniger als 0.3 Prozent des Fondsvermögens pro Jahr.
  • Kosten für den Geschäftsbetrieb: Zum Beispiel für Fondsprospekte, Wirtschaftsprüfer, Werbeaktionen.

 

Nicht in der TER enthalten sind drei weitere Positionen:

  • Ausgabeaufschlag: Eine einmalige Vertriebsprovision, die Sie beim Kauf eines Fonds bezahlen müssen. Meist geben die Fondsgesellschaften in den Unterlagen einen maximalen Prozentsatz an, den die Vertriebsgesellschaften verwenden dürfen. Dieser liegt oft bei 5 Prozent.
  • Rücknahmekommission: Wenn Sie Ihre Fondsanteile der Fondsgesellschaft zurückverkaufen, müssen Sie häufig eine Gebühr entrichten.
  • Depotgebühr: Das ist die Gebühr für Ihr eigenes Wertschriftendepot. Sie liegt bei etwa 0.2 Prozent des Depotwerts.

Die Wahl des richtigen Fonds

Ein wichtiges Auswahlkriterium ist das Rating von Fonds. Es gibt eine ganze Reihe von spezialisierten Fondsanalysefirmen, die Qualität und Performance der Fonds prüfen und Sterne verleihen: zum Beispiel Lipper, Ifund Services und Morningstar.

 

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