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Menschen versichern ihr Auto. Ihre eigene Familie aber nicht.

Apr 9, 2020.

Der Wandel durch die Digitalisierung und die sich verändernden Kundenbedürfnisse verlangen von der Versicherungsbranche innovative Lösungen. Um Innovation voranzutreiben, fördern wir Partnerschaften mit Start-ups. Eines davon ist das Zürcher Insurtech-Start-up vlot. Gemeinsam gehen wir das Thema Vorsorge an. Im Gespräch mit Michael Dritsas und Daniel Schmidheiny von vlot.

vlot hilft Familien und Einzelpersonen, ihre Einkommens- und Sparlücken zu identifizieren und zu schliessen, basierend auf Spitzentechnologie. «Dank vlot können wir rasch neue und innovative Lösungen im Bereich Risikoabsicherung testen. Denn unser gemeinsames Ziel im Bereich Vorsorge ist, die Themen rund um Risiko und Sparen den Menschen zugänglicher zu machen», sagt Aline Brügger, Director Product & Services Life von Generali Schweiz.

 

Daniel Schmidheiny, Mitgründer von vlot, und Michael Dritsas, CEO von vlot, erzählen im Interview mehr zur Zusammenarbeit, zum Thema Vorsorgeabsicherung und zukünftigen Veränderungen im Lebensversicherungsbereich.

 

 

Michael und Daniel: Ihr arbeitet mit etablierten Versicherungsunternehmen zusammen. Warum?

Michael: Die Zusammenarbeit mit etablierten Versicherern ist für vlot eine Win-win-Situation: Wir helfen bei der Innovation, Digitalisierung und mit unseren agilen und flexiblen Arbeitsmethoden. Das Versicherungsunternehmen unterstützt uns mit seinem Vertriebsnetz, Kundenstamm, seinem Brand sowie Kontakten und Netzwerken.

 

 

Wo seht ihr Vorteile in der Zusammenarbeit mit Generali? Was unterscheidet uns von anderen Unternehmen?

Michael: Generali ist eines der innovativsten Versicherungsunternehmen der Schweiz, wobei das Lebensversicherungsgeschäft einen zentralen Geschäftspfeiler bildet. Durch die Gründung des House of Insurtech Switzerland (HITS) wurde diesem Innovationsgeist noch mehr Rechnung getragen. Für ein Start-up wie vlot ist die Zusammenarbeit mit einem Konzern, der in der Schweiz einen Innovationshub führt, eine tolle Kombination, um gemeinsam etwas zu entwickeln. Potenziell findet unsere Lösung auch auf der internationalen Konzernbühne Verwendung.

 

 

Welche Themen im Bereich Vorsorgeabsicherung werden von den Menschen unterschätzt? Und wieso?

Daniel: Ganz generell verstehen sich Herr und Frau Schweizer als bestens versichert, was in vielen Fällen, wie zum Beispiel im Konkubinat, nicht der Fall ist. Es fehlt ein Grundverständnis für Lohnnebenleistungen, welche oft wichtiger sind als der vereinbarte Bruttolohn. Die meisten Arbeitnehmer unterschätzen die Erwerbsunfähigkeit und wissen auch nicht, dass der IV-Grad abhängig ist von der effektiven Einkommenseinbusse. Zuletzt wird die langfristige Wirkung der Altersvorsorge total unterschätzt. Besonders betroffen sind hier Frauen, die aufgrund von Teilzeitstellen, Mutterschaftspausen und dem Konkubinatsverhältnis oft sehr schlecht oder ungenügend abgesichert sind.

 

«Menschen versichern ihr Auto mit einer Vollkaskoversicherung. Ihre eigene Familie aber nicht. Hier muss das Bewusstsein geweckt werden.»

 

 

Eine Vorsorgeabsicherung können sich nur Menschen leisten, die ein hohes Einkommen haben. Fakt oder nicht?

Michael: Das stimmt so nicht. Eine Risikoversicherung kann beispielsweise bereits zum Preis von zwei Kaffees pro Monat, CHF 4.50, abgeschlossen werden. Es geht vielmehr um eine Priorisierung des Risikoschutzes, nicht um die Bezahlbarkeit. Menschen versichern ihr Auto mit einer Vollkaskoversicherung. Ihre eigene Familie aber nicht. Hier muss das Bewusstsein geweckt werden.

 

 

Ein Blick in die Zukunft: Was für Veränderungen im Lebensversicherungsbereich kommen auf uns zu? Und wo steht die Schweiz?

Michael: Wir glauben sehr fest daran, dass sich die Änderungen nicht produktseitig manifestieren werden, sondern in der Kundenansprache sowie der Digitalisierung der Wertschöpfungsketten. Das Verständnis für Absicherungsbedürfnisse wird transparenter werden. Beispielsweise glauben wir, dass das Thema der Altersvorsorge in Zukunft viel individueller gestaltet wird. Wobei ein Endkunde sich verstärkt persönlich informieren und aktiver handeln wird, zum Beispiel über digitale Marktplätze für Altersguthaben oder Risikoabsicherungen.

 

Daniel: Der Datenaustausch zwischen Anbietern über offene Schnittstellen, aber auch komplett digitale Abschlüsse, werden sich zum Marktstandard entwickeln. Gerade beim letzten Punkt ist die Schweiz bereits stark im Rückstand. Vollkommen digitale Abschlüsse gibt es in den meisten Ländern wie auch den durch die EU reglementierten Datenaustausch (PSD2). Auch im Bereich Pensionskassen gibt es schon einige Länder, welche über alle Säulen hinweg Berechnungen zulassen. Da sind wir in der Schweiz noch weit davon entfernt.

 

 

Über vlot.

vlot ist ein junges Schweizer Insurtech-Unternehmen. vlot ermöglicht es Menschen, finanziell verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen. Und das in einer komplexen Welt von staatlichen und arbeitgeberbezogenen Risiko- und Sparleistungen.

 

Die intuitive vlot-Analyse ermöglicht Einzelpersonen und Familien einen finanziellen Check-up in unter drei Minuten. vlot möchte in Zusammenarbeit mit Versicherern, Banken und Pensionskassen den Menschen transparente Entscheidungsgrundlagen für Themen wie Risikoabsicherung oder Sparen zur Verfügung stellen.