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Sparen als Familie: So entlasten Sie ihr Familienbudget

Corona hat nicht nur unseren Familienalltag auf den Kopf gestellt, sondern auch unser Familienbudget. Durch Homeoffice, Homeschooling und viele weitere Konsequenzen der Coronakrise haben sich unsere Ausgaben verändert. Aber auch in der Zeit nach Corona sind die Auslagen für den Nachwuchs nicht zu unterschätzen. Nutzen Sie also den Moment, um ein Familienbudget zu erstellen: So behalten Sie die Übersicht und erkennen Sparmöglichkeiten.

Als Eltern müssen Sie sich mit verschiedenen Finanzthemen auseinandersetzen. Sie bekommen Familienzulage und können dank Kinderabzügen Steuern sparen. Gleichzeitig geben Sie für Ihren Nachwuchs sehr viel Geld aus. Mit guter Planung können Sie bei grossen Auslagen sparen. Auch Ihre Kinder sollten den Umgang mit Geld früh lernen – mit Sackgeld, über das sie selbst bestimmen können.

Kennen Sie Ihre Einnahmen und Ausgaben?
 

Ihre Einnahmen kennen Sie wahrscheinlich genau. Auf der Ausgabenseite des Familienbudgets sind Kosten wie Miete oder Krankenkasse fix, aber andere Beträge ändern sich monatlich. Dazu gehören Ausgaben für Lebensmittel, Kleider, Geschenke oder Hobbys. Notieren Sie sich solche Beträge während ein paar Monaten in einem Haushaltsbuch. Ein Glacé für die Kinder, ein paar Stunden im Parkhaus, ein kleines Apéro in der Bar -  es ist erstaunlich, wie viel Geld man für vermeintliche Kleinigkeiten ausgibt.

 

Tipp: Ein Budget hilft am meisten, wenn Sie die verschiedenen Posten individuell benennen können. Fragen Sie bei Ihrer Versicherung oder Ihrer Bank nach einem sogenannten Budget Tracking. Merkblätter und Musterbudgets für verschiedene Familiengrössen und Einkommen finden Sie auf www.budgetberatung.ch

 

 

 

So viel kostet Sie Ihr Schulkind

 

Wieviel kostet ein Primarschüler pro Monat? Auf diese vage Frage kennt die Zürcher Kinderkosten-Tabelle eine genaue Antwort: Ein Einzelkind zwischen 7 und 12 Jahren kostet seine Eltern monatlich CHF 1‘485.– (Stand 2018). Grundsätzlich gilt: Je älter und aktiver ein Kind ist, desto teurer ist es auch. Während sich ein Kleinkind noch mit ein paar Holzklötzen beschäftigen kann, brauchen Teenager ein Velo, Tennisstunden oder eine Gitarre.

 

 

Ausgaben für Schule und Nachhilfe

Die obligatorischen 9 Schuljahre an öffentlichen Schweizer Schulen sind kostenlos. Vielerorts werden auch Bücher, Hefte, Ausflüge und Schullager vom Kanton übernommen. In den höheren Gymnasiumklassen müssen Eltern das Schulmaterial ihrer Kinder bezahlen. Ebenfalls selbst bezahlen müssen Sie Nachhilfeunterricht. Und das kann ins Geld gehen: Während eine ältere Schülerin für CHF 20.– oder 30.– pro Lektion Nachhilfe gibt, verlangt ein Lehrer für dasselbe bis zu CHF 100.–. In Kantonen mit Gymi-Prüfung werden private Vorbereitungskurse immer populärer. Dafür müssen Sie CHF 2‘000.– bis 3‘000.– rechnen.

 

 

Ausgaben für Ferien und Freizeit

Die Statistik sagt: Zwei Drittel aller Personen in der Schweiz verreisen in die Ferien. Bei den Ausgaben planen die meisten mehr als CHF 2‘000.– pro erwachsene Person für diese Ferien ein. Der teuerste Posten im Bereich Freizeit ist der Sport. Ein Fitnessabo oder die Clubmitgliedschaft, Kleider, Ausrüstung und Trainingslager gehen ins Geld.

 

Tipp: Bei der Ausrüstung für die Hobbies Ihrer Kinder lässt sich viel Geld sparen. Eine Sportausrüstung können Sie wahrscheinlich mieten oder Secondhand kaufen. Eine Miete macht auch bei Instrumenten Sinn: Sie sollten mit dem Kind und seinem Können mitwachsen.

 

Wenn Ihr Kind ein Instrument spielt, ist die Spannweite für den finanziellen Aufwand riesig: die Blockflöte gibt’s günstig, aber ein Klavier ist eine teure Anschaffung. Was den Unterricht anbetrifft: Die meisten Musikschulen sind von Gemeinde oder Kanton subventioniert, Sie bezahlen also nicht den vollen Betrag.

 

 

Wieviel Taschengeld macht Sinn?

Wenn Ihr Kind lernen soll, wie man mit Geld umgeht, sollte es auch ein wenig davon besitzen. Deshalb wird Taschengeld von Finanz- und Erziehungsexperten gleichermassen empfohlen. Wieviel Ihr Kind bekommt, ist von Ihrer finanziellen Situation abhängig. Zudem kommt es darauf an, was Ihr Kind mit diesem Geld alles selbst bezahlen muss. Die Budgetberatung Schweiz hat zum Thema Taschengeld diese Empfehlung zusammengestellt:

 

 

Jüngeren Kindern wöchentlich auszahlen, älteren monatlich.

 

Alter in Jahren 6 Betrag pro WocheCHF 1.– Betrag pro Monat
Alter in Jahren7 Betrag pro WocheCHF 2.– Betrag pro Monat
Alter in Jahren8 Betrag pro WocheCHF 3.– Betrag pro Monat
Alter in Jahren9 Betrag pro WocheCHF 4.– Betrag pro Monat
Alter in Jahren10 und 11 Betrag pro Woche Betrag pro MonatCHF 25.– bis CHF 30.–
Alter in Jahren12 bis 14 Betrag pro Woche Betrag pro MonatCHF 30.– bis CHF 50.–
Alter in Jahrenab 15 Betrag pro Woche Betrag pro MonatCHF 50.– bis CHF 80.–

Mit älteren Kindern können Sie ein erweitertes Taschengeld vereinbaren:

 

VerwendungszweckTaschengeld Betrag CHF 30.– bis CHF 80.–
VerwendungszweckHandy BetragCHF 20.– bis CHF 30.–
VerwendungszweckKleider, Schuhe BetragCHF 60.– bis CHF 80.–
Verwendungszweck Coiffeur, Körperpflege, Kosmetik Betrag CHF 20.– bis CHF 40.–
VerwendungszweckVelo, Mofa Betrag CHF 10.– bis CHF 30.–
Verwendungszweck Schulmaterial (ohne Lehrmittel) BetragCHF 10.–
Verwendungszweck Auswärtige Verpflegung Betrag bis CHF 10.– / Mahlzeit
VerwendungszweckFahrkosten (ÖV-Abo) Betrag  
VerwendungszweckLehrmittel, Exkursionen, Lager, Sport Betrag 

Alles Wichtige zu den Familienzulagen

 

Wenn Sie erwerbstätig sind, bekommen Sie Familienzulagen. In den meisten Kantonen sehen die wie folgt aus:

  • CHF 200.– monatlich pro Kind bis zum 16. Geburtstag
  • CHF 250.– monatlich pro Kind in Ausbildung bis maximal zum 25. Geburtstag

 

In rund einem Viertel der Kantone sind die Familienzulagen etwas höher. Ein Arbeitgeber kann auch von sich aus höhere Beträge oder Zulagen bezahlen. Familienzulagen werden immer voll bezahlt, auch wenn Sie Teilzeit arbeiten.

 

Gut zu wissen: Der Mindestlohn, um die Zulage zu bekommen, liegt bei monatlich CHF 587.–. Damit Selbständigerwerbende Familienzulagen bekommen, müssen sie sich einer Familienausgleichskasse anschliessen und Beiträge einzahlen. Nicht erwerbstätige Elternteile haben Anspruch auf Familienzulagen, wenn ihre Arbeitslosenentschädigung nicht höher ist als CHF 42‘300.– pro Jahr (Stand 2019). Im Kanton Waadt liegt diese Grenze bei CHF 56‘400.–, Genf, Jura und Tessin haben keine Grenzen.

 

Pro Kind ist nur eine Familienzulage möglich, auch wenn beide Eltern arbeiten. Ob Mutter oder Vater die Zulage erhalten, hängt davon ab, ob sie zusammen wohnen, wer das Sorgerecht hat und ob einer von beiden im Wohnkanton arbeitet. Wenn Ihr Partner oder Ihre Partnerin die Familienzulage bekommt, Sie aber in einem Kanton leben, der höhere Beträge bezahlt, bekommen Sie diese Differenz ausbezahlt.

 

 

So sparen Sie als Familie Steuern

Familien bezahlen weniger Steuern. Pro Kind bekommen Sie von Kanton und Bund einen Kinderabzug. Diesen Abzug können Sie auch dann machen, wenn Ihr Kind volljährig, aber noch in der Erstausbildung ist - vorausgesetzt, Sie finanzieren seinen Lebensunterhalt.

 

Gut zu wissen: Wenn Eltern getrennt Steuern zahlen, kann nur ein Elternteil den Kinderabzug machen. Grundsätzlich ist es derjenige, der das Sorgerecht hat. Wenn ein Elternteil Alimente bekommen, kann sie oder er den Kinderabzug vornehmen, bis das Kind volljährig ist. Danach hat der Zahlende Anrecht auf diesen Abzug. Bund und Kantone regeln diese Situation unterschiedlich, informieren Sie sich beim Steueramt.

 

Ziehen Sie die Betreuungskosten ab

Zusätzlich zum Kinderabzug können Sie auch die Kosten für die Fremdbetreuung Ihrer Kinder von den Steuern abziehen. Das ist dann möglich, wenn Sie Ihre Kinder wegen Ihrer Arbeit oder einer Ausbildung nicht selbst betreuen können (siehe «Abzug für Fremdbetreuung»). Wenn Eltern getrennt leben, hat der Elternteil Anrecht auf den Abzug, der das Sorgerecht hat. Wenn sich die Eltern das Sorgerecht und die Obhut teilen, kann auch der Abzug aufgeteilt werden.

 

 

Gut zu wissen: Wenn Sie Ihr Kind für Freizeitaktivitäten ausserhalb der Arbeitszeit betreuen lassen, können Sie diese Kosten nicht von den Steuern abziehen.

 

 

 

Spartipps fürs Familienleben

 

Ihre Sparmöglichkeiten stehen und fallen mit Ihren Fixkosten. Je tiefer Ihre fixen Ausgaben für Wohnung, Krankenkasse oder Mobilität sind, desto mehr Geld können Sie zur Seite legen.

 

 

Wohnkosten tief halten

Ihre Wohnkosten inklusive Nebenkosten sollten nicht mehr als 25 bis 30% Ihres Einkommens ausmachen.

 

 

Günstige Krankenkasse wählen

Die Leistung für die Grundversicherung ist bei allen Krankenkassen dieselbe und jede Kasse ist verpflichtet, Sie anzunehmen. Mit dem Prämienrechner des Bundes können Sie die aktuellen Zahlen vergleichen: www.priminfo.ch.

 

Achtung: Im Gegensatz zur Grundversicherung kann die Krankenkasse Sie bei Zusatzversicherungen ablehnen. Bevor Sie eine solche kündigen, sollten Sie die Zusage der neuen Kasse haben. Grund- und Zusatzversicherungen müssen Sie nicht beim selben Anbieter haben.  

 

Sie wollen trotz höherer Prämien bei Ihrer Krankenkasse bleiben? Mit gewissen Anpassungen können Sie trotzdem Geld sparen:

  • Unfallversicherung künden: Wenn Sie bei Ihrem Arbeitgeber eine Unfallversicherung haben, können Sie diese bei der Krankenkasse ausschliessen. Kinder müssen über die Krankenkasse unfallversichert sein.
  • Versicherungsmodell wechseln: Mit einem Hausarzt- oder einem HMO-Modell wird Ihre Grundversicherung bis zu 20% günstiger. Bei diesen Modellen müssen Sie sich zuerst vom Hausarzt oder in der Gruppenpraxis untersuchen lassen, bevor Sie zu einem Spezialisten gehen. Ausgenommen sind meist Augenarzt, Gynäkologe und Kinderarzt.
  • Franchise erhöhen: Mit einer höheren Franchise sparen Sie Prämie. Diese Rechnung geht aber nur auf, wenn Ihre Gesundheitskosten tief sind. Im schlimmsten Fall müssen Sie die CHF 2‘500.– Franchise selbst bezahlen können. Kinder zahlen keine Franchise, eine freiwillige lohnt sich in den seltensten Fällen.

 

Gut zu wissen Wenn Sie unter eine gewisse Einkommensgrenze fallen, haben Sie Anspruch auf eine Prämienverbilligung. Die Anforderungen sind je nach Kanton unterschiedlich. Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach, ob Sie von einer billigeren Prämie profitieren können.

 

 

Eigenes Auto überdenken

Die Kosten für ein Familienauto summieren sich: Benzin, Versicherung, Verkehrsabgaben, Amortisation und ein Parkplatz machen schnell CHF 1‘000.– im Monat aus. Wenn Sie Ihr Auto nur gelegentlich brauchen, fahren Sie mit Anbietern wie Mobility sehr viel günstiger. Mittlerweile ist das Angebot so breitflächig, dass Sie immer ein Auto in Ihrer Nähe finden und es bequem buchen können.

 

 

Grosse Anschaffungen zu günstigen Preisen

Im Ausverkauf können Sie besonders viel sparen. Auch in Secondhand-Shops, Kinderkleiderbörsen oder Brockenhäusern warten tolle Schnäppchen. Im Internet bekommen Sie Gebrauchtes günstig auf Kleinanzeigen-Plattformen wie ricardo.ch, tutti.ch oder anibis.ch.

 

Überlegen Sie sich vor der Anschaffung, ob Mieten nicht die günstigere Alternative wäre. Unter dem Motto «Sharing is caring» ist auch Teilen wieder völlig im Trend. Dinge wie ein Zelt, ein Schlauchboot oder ein Reisebett können Sie vielleicht in der Nachbarschaft ausleihen oder gemeinsam mit andern Familien kaufen. 

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